Montag, 19. März 2012

Ernährung in der Schwangerschaft - was ist nicht erlaubt

Es gibt für die Ernährung in der Schwangerschaft einige Dinge zu beachten. Es ist ratsam gewisse Produkte vom Speiseplan zu streichen und das Essen mit besonderer Sorgfalt zuzubereiten.

Was man in der Schwangerschaft besser vermeidet

Während der Schwangerschaft ist bei allem was die Mutter tut der mögliche Einfluss auf die kindliche Entwicklung und Gesundheit zu bedenken. Es gibt Lebensmittel die in der Schwangerschaft ohne Bedenken zu sich genommen werden können, aber auch einige, die aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen werden können.


Alkohol und Koffein
Durch die Mutter in der Schwangerschaft aufgenommener Alkohol kann das Fetale Alkoholsyndrom, auch Alkoholembryopathie genannt, auslösen. Zu viel Kaffe in der Schwangerschaft ist ebenfalls nicht gut. Es gibt Hinweise auf eine schädliche Wirkung des Koffeins während der Schwangerschaft wie z. B. Fehlbildungen, Wachstumsretardierung, niedriges Geburtsgewicht, spontane Fehlgeburten. Beim Konsum hoher Dosen an Koffein in Form von Cola oder Kaffee während der Schwangerschaft können schädliche Wirkungen auftreten. Bei moderatem Kaffeekonsum (pro Tag <300 mg Koffein bzw. <5–6 mg Koffein/kg KG bzw. 3 Tassen Kaffee) während der Schwangerschaft sind keine negativen Wirkungen zu erwarten.

Phosphate in der Schwangerschaft
Aufgrund der potenziell gesundheitsschädigenden Wirkung eines erhöhten Phosphatkonsums sind Lebensmittel mit zugesetzten Phosphaten nicht Teil einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft. In größeren Mengen finden sich phosphathaltige Zusatzstoffe in Cola-Mischgetränken, Backpulver, Schmelzkäse, Scheibletten und Parmesan, Fastfood und verarbeitetem Fleisch – Hotdogs, Frühstücksfleisch, Mortadella, Leberwurst.

Unnötige Fette in der Schwangerschaft
Billige Fette führen zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ohne einen besonderen Nährwert für die Schwangere und das Kind zu haben. Eine an schädlichen Trans-Fettsäuren reiche Ernährung erhöht das LDL-Cholesterol im Blut verglichen mit einer Ernährung, die reich ungesättigten Fettsäuren ist. Einen zum Teil wesentlich höheren Anteil an Trans-Fettsäuren haben gebratene und gebackene Lebensmittel, Backwaren, Frühstücksflocken mit Fettzusatz, Pommes frites, Trockensuppen, Fertiggerichte,  Süßwaren, Snacks, Pommes frites, Fastfood. 


Raffinierte/weiße Lebensmittel
Der Bedarf an an Mineralien und Vitamienen ist in der Schwangerschaft wesentlich höher. Raffinierte Lebensmittel wie Produkte aus weißem Mehl, geschälter Reis und weißer Zucker haben keine Spurenelemente mehr. Besser ist in der Schwangerschaft Rohrzucker oder Honig als Süße zu verwenden sowie Vollkornprodukte und Vollkornreis weissen Brötchen und poliertem Reis vorzuziehen. Giftstoffe können an die Ballaststoffe binden und werden besser ausgeschieden, ausserdem beugen die Ballaststoffe Verstopfung vor.

Roher Fisch und rohes Fleisch
Geeignet in der Schwangerschaft, ist nur ausreichend durcherhitzter Fisch und Fischprodukte. In der Schwangerschaft wird empfohlen, auf den Verzehr von nicht erhitztem Fisch (Austern, Sushi) zu verzichten. Im Sinne der optimalen Versorgung mit Nährstoffen in der Schwangerschaft bleibt jedoch die Empfehlung von 1–2 Fischmahlzeiten pro Woche bestehen. Unerhitzte Fisch- und Fleischprodukte können Krankheitskeime wie Listerien und Toxoplasmen übertragen. In der Schwangerschaft wird empfohlen, vorsorglich auch auf Rohmilch, Weichkäse aus Rohmilch, auf die Rinde von Käse und ebenfalls auf rohes Fleisch und entsprechende Fleischprodukte wie Tartar, Hackepeter und Mett zu verzichten.

Listerien
Während gesunde Erwachsene meist nicht erkranken, stellen diese Erreger für Schwangere, speziell für das ungeborene Kind, ein Risiko dar. In der Schwangerschaft verläuft die Erkrankung unter einem grippeähnlichen Bild oder zum Teil sogar symptomfrei. Es besteht die Möglichkeit einer Übertragung der Infektion auf das ungeborene Kind in der Schwangerschaft mit der Gefahr, dass das Kind infiziert zur Welt kommt oder schlimmer, es zu einem Ende der Schwangerschaft mit einer Früh- oder Totgeburt kommt. Die Listeriose ist eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit. Neben einer Vielzahl tierischer Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse (z. B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (hauptsächlich Räucherfisch), Milch und Milchprodukte (insbesondere Käse) werden Listerien auf vorgeschnittenen Salaten gefunden. 



Katze

Toxoplasmen
In der Schwangerschaft ist auch die erstmalige Infektion der Mutter mit Toxoplasmen gefährlich für das Ungeborene. Es können u.a. schwere Seh-, Hör- oder Hirnschäden beim Baby auftreten. Die Infektion mit dem Erreger in der Schwangerschaft geschieht in erster Linie durch die Nahrungsaufnahme. Keime wie Listerien und Toxoplasmen auf Lebensmitteln sind Folge einer Verunreinigung während der Lagerung, der Verarbeitung und Verpacken von Lebensmitteln. Auch infizierte Katzen spielen eine Rolle bei der Toxoplasmen-Übertragung. Infektionsgefahr mit Toxoplasmen in der Schwangerschaft besteht durch ungewaschenes Obst und Gemüse, nicht ausreichend gekochtes oder gebratenes rotes Fleisch und Geflügel, unhygienischen Umgang mit rohem Fleisch, Umgang mit Lebensmitteln an denen Gartenerde haftet (versteckter Katzenkot). Wenn eine Katze mit der Schwangeren in einem Haushalt lebt ist es ratsam die Katze auf Toxoplasmen untersuchen zu lassen.

 
Quellen:

Marie F. Mongan. HypnoBirthing – Der natürliche Weg zu einer sicheren,sanften und leichten Geburt. Mankau-Verlag, 3. Auflage 2011. S.179-183.

Christian MS, Brent RL: Teratogen Update. Teratology (2001) 64: 51–78

Ritz, Hahn, Kettler, Kuhlmann, Mann. Übersichtsarbeit „Gesundheitsrisiko durch Phosphatzusätze in Nahrungsmitteln“. Deutsches Ärzteblatt, Jg 109, Heft 4, 27.Januar 2012. S.49-55.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen