Freitag, 23. März 2012

Heilpflanzen und Tee zur Geburtserleichterung


Vor der Einnahme von Heilpflanzen in der Schwangerschaft wird oft aus Unwissenheit zurückgewichen, weil nur ungenügende Erkenntnisse vorliegen. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass Heilpflanzen wie Johanniskraut und ein Tee aus Himbeerblättern zur Geburtserleichterung durchaus Sinn machen.
 
Sind Heilpflanzen in der Schwangerschaft und zur Geburtserleichterung gerechtfertigt?
Heilpflanzen besitzen pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe und sind damit pflanzliche Arzneimittel. In der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit wird bei allem was die Mutter zu sich nimmt stets auch die Wirkung auf das Kind mitberücksichtigt. Bei Schwangeren stellt sich die Frage ob es gerechtfertigt ist bei sogenannten Befindlichkeitsstörungen wie z.B. Unruhe und Angst und anderen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Müdigkeit mit Arzneimitteln zu behandeln und wenn ja womit? Pflanzliche Arzneimittel sind dafür bekannt kaum Nebenwirkungen zu haben, doch leider liegen kaum wissenschaftlichen Daten für Schwangere vor. Es gibt Regeln aus der Schulmedizin, die bei der Entscheidungsfindung helfen.

Regeln bei der Verschreibung von Arzneimitteln bei Schwangeren
  • Eine Schwangere sollte nur mit Medikamenten behandelt werden, die schon seit vielen Jahren eingeführt sind. Voraussetzung ist natürlich, dass keine embryotoxischen Bedenken vorliegen.
  • Eine Monotherapie ist anzustreben (d.h. immer nur eine Substanz und keine Vielstoffgemische)
  • Die Dosis eines Medikaments ist so niedrig wie therapeutisch möglich zu wählen.
  • Die Erkrankung selbst kann ein Risiko für die normale vorgeburtliche Entwicklung darstellen. Auch schwere Belastungen wie Schmerzen oder psychische Konflikte können den Schwangerschaftsverlauf gefährden. Das Unterlassen einer therapeutischen Intervention kann ein größeres Risiko für das Ungeborene darstellen als die Behandlung selbst.

Was ist ein „Off-Label-Use“?
Unter Off-Label-Use versteht man die Behandlung mit einem Medikament, das für die vorgesehene Anwendung oder/und für die betreffende Patientengruppe (z.B. Schwangere, Stillende, Kinder) nicht zugelassen ist. Die Zulassung für Schwangere wird im Allgemeinen nicht explizit genannt. Der Hinweis „kontraindiziert in der Schwangerschaft“ oder „Schwangerschaft“ im Absatz „Gegenanzeigen“ zeigt jedoch an, dass eine dennoch durchgeführte Behandlung einem Off-Label-Use entspricht.[1] Der Grund dafür ist oft unzureichendes Erkenntnissmaterial aus Studien, weshalb eine Einnahme nicht empfohlen werden kann und nicht etwa eine nachgewiesenen Schädlichkeit. 

Auswirkungen von Wissenslücken auf die Verschreibung
Der unbefriedigende Kenntnisstand sowie undurchschaubare Kriterien bei der Klassifizierung von Medikamenten in der Schwangerschaft begünstigen eine Fehleinschätzung des Arzneimittelrisikos mit der Folge, dass entweder notwendige Verordnungen unterbleiben oder verschriebene Medikamente nicht eingenommen werden. Ebenso wie in der Kinderheilkunde ist eine Therapie mit Medikamenten bei Schwangeren häufig nur „off label“ möglich, weil für viele Erkrankungen keine Medikamente ohne den Vermerk „Gegenanzeige: Schwangerschaft” verfügbar sind.

Johanniskraut in der Schwangerschaft
Am Beispiel Johanniskraut lässt sich zeigen, dass unzureichende wissenschaftliche Erkenntnisse auch Schwierigkeiten bei der Verordnung von Heilpflanzen in der Schwangerschaft machen. Bei sehr ängstlichen Schwangeren kann mit der Einnahme von Johanniskraut in der 36.-38. Schwangerschaftswoche begonnen werden. Johanniskraut ist zur Angstminderung unmittelbar während der Geburt ungeeignet, da bis zum Einsetzen der vollständigen Angstlösung mindestens 1 Woche vergeht. 


Erfahrungen mit Johanniskraut
Der Erfahrungsumfang mit Johanniskraut in der Schwangerschaft ist mittelmäßig.
Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
1. Trimenon: Es liegen keine umfangreichen systematischen Studien zur Anwendung in der Schwangerschaft vor.  Eine prospektive kanadische Kohortenstudie an 54 Frauen mit Johanniskrauteinnahme, davon 49 mit Einnahme im 1. Trimenon, zeigte weder eine erhöhte Fehlbildungsrate noch vermehrt Frühgeburtlichkeit. Auch im Tierversuch fanden sich keine Hinweise auf teratogene Effekte.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Unzureichende Datenlage, laut Einzelfallberichten keine Hinweise auf funktionelle Auffälligkeiten.

Empfehlungen zur Schwangerschaft
Bei der Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie ist die Anwendung von Johanniskraut bei depressiven Störungen in der Schwangerschaft akzeptabel. Mögliche Komedikationen sollten bezüglich Wechselwirkungen geprüft werden. Photosensibilisierung ist möglich. Die Konsequenzen welche sich durch die Anwendung von Johanniskraut in der Schwangerschaft ergeben sind eine sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. Besser erprobte und besser untersuchte „Alternativen“ sind formal gesehen chemisch-synthetische Arzneimittel wie einige Trizyklika und SSRIs wie Sertralin und Citalopram.

Johanniskraut Produktnamen:

    Esbericum ®
    Hyperforat ®
    Jarsin ®
    Kira ®
    Laif ®
    Neuroplant ®


Johanniskraut in der Stillzeit
In einem Fallbericht war keine Substanz im Säuglingsserum nachweisbar. Hypericin kann Prolaktin senken, eine verringerte Milchproduktion ist daher nicht auszuschließen. In einer Untersuchung an 33 Mutter-Kind-Paaren wurden bei 5 Kindern (häufiger als in Kontrollgruppe) leichte, nicht behandlungsbedürftige Symptome wie Bauchkoliken, Lethargie und Schläfrigkeit beobachtet. Ein Einfluss anderer Faktoren wie zusätzliche Antidepressiva bei 2 Frauen war jedoch nicht auszuschließen. Die vollgestillten Kinder nahmen normal an Gewicht zu, so dass eine relevante Verringerung der Milchproduktion durch die Prolaktin-senkende Wirkung unwahrscheinlich erscheint. In der Stillzeit ist die Einnahme von Johanniskraut akzeptabel. Bei gleichzeitiger Einnahme von oralen Kontrazeptiva muss die kontrazeptive Wirkung durch kontinuierliche Einnahme monophasischer, niedrig dosierter Präparate verstärkt oder ein Intrauterinpessar benutzt werden.[2]

Nervosität und Angst
Manche Frauen entwickeln eine Furcht vor der Geburt, weil ihnen viele Geschichten darüber erzählt wurden was Schlimmes passieren kann und wie unerträglich die Geburtsschmerzen seien. Nervosität und Angst können auch erst während der Geburt auftreten, beispielsweise wenn die Frau sich der Naturgewalt der Wehen hilflos ausgeliefert fühlt und nicht mit den Wehen arbeitet.

Beruhigende Heilpflanzen zur Geburtserleichterung
Gegen Angst und Unruhezustände werden Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Johanniskraut, Lavendelblüten, Melissenblätter und Passionsblumenkraut empfohlen. Bei Lavendelblüten und Melissenblättern beruht die Wirksamkeit in erster Linie auf dem Vorhandensein von ätherischem Öl. Aus diesen Heilpflanzen kann ein Tee zur Beruhigung zubereitet werden, der schon vor dem Geburtstermin täglich getrunken werden kann sowie während der Geburt.

Tee zur Beruhigung und Geburtserleicherung
Es kann zur Geburtserleichterung ein beruhigender Tee eingenommen werden, der über den Ablauf der Geburt verteilt getrunken wird. Teerezepturen werden schon vor der Geburt individuell an die Vorlieben der Frau angepasst, da die Schwangeren unterschiedlich auf Rezepturvorschläge für Tee reagieren und den Tee auch geschmacklich unterschiedlich bewerten. Den Tee bedeckt 10 Minuten ziehen lassen und 5 Tassen frisch bereiteten Tee über den Tag verteilt trinken.

Ein Tee zur Beruhigung, der sich durch einen sehr angenehmen Geschmack auszeichnet, besteht aus:
Baldrianwurzel           40,0 g
Hopfenzapfen            20,0 g
Melissenblättern        15,0 g
Pfefferminzblättern    15,0 g
Pomeranzenschalen  10,0g

Tee mit Himbeerblättern aus der Erfahrungsheilkunde
Damit der Muttermund weicher wird, werden zur Geburtserleichterung in der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde Tees ab der 32. Schwangerschaftswoche empfohlen. Schulmedizinische Alternativen gibt hierfür es nicht. Hebammen empfehlen ab der 34. Schwangerschaftswoche regelmäßig 3-4 Tassen Tee aus Himbeerblättern zu trinken. 1 TL gehäufte Teemischung mit 1 Tasse kochendem Wasser (ca.150ml) übergiessen und bedeckt ca. 10-15 Minuten stehen lassen.[3] Eine bewährte Rezeptur für einen Tee aus Himbeerblättern zur Geburtserleichterung enthält

Himbeerblätter            20,0 g
Melissenblätter           20,0 g
Frauenmantelkraut     20,0 g
Dillfrüchte                   10,0g
Fenchelfrüchte            10,0g

Ätherisches Öl im Tee zur Geburtserleichterung
Tee aus Heilpflanzen wird immer bedeckt stehen gelassen, da es sich bei den Wirkstoffen oft um flüchtige Substanzen wie ätherische Öle handelt. Beim Tee zur Geburtserleichterung ist ätherisches Öl in Melissenblättern, Dill- und Fenchelfrüchten enthalten. Das ätherische Öl verflüchtigt leicht und steht nicht mehr zur Wirkung zur Verfügung, wenn der Tee nicht zugedeckt wird. Das sich an der Bedeckung gesammelte Konzentrat wird vor Genuss wieder in den Tee zurück geschüttet. Bei Dill- und Fenchelfrüchten handelt es sich um Heilpflanzen, die eine entkrampfende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben. Melissenblätter wirken beruhigend und ebenfalls entkrampfend auf den Magen-Darm-Trakt. Dieser Wirkmechanismus kann möglicherweise auch während der Geburt krampfmindernd und beruhigend wirken. Frauenmantelkraut wird gerne bei gynäkologischen Beschwerden eingesetzt, eine nachgewiesene Wirkung besteht jedoch nur bei mildem Durchfall. Aufgrund der Nebenwirkungsfreiheit kann dieser Tee aus Heilpflanzen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Studien über Tee aus Himbeerblättern in der Schwangerschaft
Tee aus den Blättern von Rubus idaeus L. (Himbeere) wird seit Jahrhunderten in der Volksmedizin verwendet um Wunden, Durchfall, Koliken und Schmerzen zu behandeln ausserdem wird es als Beruhigungsmittel für die Gebärmutter eingesetzt.[4] Viele Frauen konsumieren Tee aus Himbeerblättern während ihrer Schwangerschaften in dem Glauben, dass es Wehen verkürzt und erleichtert. Für Himbeerblätter ist keine ausreichende Wirksamkeit belegt. Bei Merrschweinchen wirkte es in einer Studie relaxierend auf die Darmmuskulatur.[5] Wegen des Mangels an Forschung in Bezug auf Himbeerblätter, insbesondere im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, wurde eine doppel-blinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie durchgeführt. Die Stichprobe bestand aus 192 Erstgebärenden mit niedrigem Risiko, die ihre Babys zwischen Mai 1999 und Februar 2000 in einem großen Krankenhaus in Sydney in Australien zur Welt brachten. Das Ziel der Studie war, die Wirkung und Sicherheit von Himbeerblätter-Tabletten (2 x 1,2 g pro Tag) festzustellen, die ab der 32. Schwangerschaftswoche bis Geburt konsumiert wurden. Es wurden keine negativen Auswirkungen für Mutter oder Kind festgestellt, aber entgegen der landläufigen Meinung verursachte die Einnahme von Himbeerblättern keine Verkürzung die erste Phase der Geburt. Die einzigen Befunde waren eine Verkürzung der zweiten Phase der Geburt um 10 Minuten und eine niedrigere Rate an Zangengeburten zwischen der Behandlungsgruppe und der Kontrollgruppe (19,3% vs 30,4%). Die Unterschiede zwischen den Gruppen sind noch zu mangelhaft und nicht ausreichend, um Himbeerblätter aus wissenschaftlicher Sicht zur Geburtserleichterung zu empfehlen.[6] Jede Gebärende wird sich aber wahrscheinlich darüber freuen, wenn ihre Wehen um 10 Minuten verkürzt werden und die Wahrscheinlichkeit einer Zangengeburt auch nur minimal sinkt.


Wie sollen Heilpflanzen und Tee in der Schwangerschaft eingenommen werden?
Während Schwangerschaft, zur Geburtserleichterung und Stillzeit ist anzuraten Heilpflanzen möglichst nur nach Absprache mit dem Arzt oder Apotheker einzunehmen. Bei einer Selbstmedikation mit Heilpflanzen in Form von Tee und anderen Zubereitungsformen ist die behandelnde Gynäkologin davon zu informieren. In den meisten Fällen ist die Behandlung mit Heilpflanzen, welche in ihrer Wirkung mild sind, relativ unbedenklich.





 Quellen:
[1] Christof Schaefer. ARZNEIMITTELTHERAPIE. Off-Label-Use von Medikamenten in der Schwangerschaft.  FRAUENARZT  48 (2007) Nr. 1. S.20-25. http://www.embryotox.de/fileadmin/files/offlabeluse.pdf
[2] http://www.embryotox.de/johanniskraut.html
[3] Kammerer, Schilcher. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage. S728-729.
[4] Rojas-Vera J, Patel AV, Dacke CG. Relaxant activity of raspberry (Rubus idaeus) leaf extract in guinea-pig ileum in vitro. Phytother Res. 2002 Nov;16(7):665-8.
[5] Phytother Res. 2002 Nov;16(7):665-8.
Relaxant activity of raspberry (Rubus idaeus) leaf extract in guinea-pig ileum in vitro.
Rojas-Vera J, Patel AV, Dacke CG.
[6] Simpson M, Parsons M, Greenwood J, Wade K. Raspberry leaf in pregnancy: its safety and efficacy in labor. J Midwifery Womens Health. 2001 Mar-Apr;46(2):51-9.

Dienstag, 20. März 2012

Geburtserleichterung durch Hypnose

Hypnose zur Geburtserleichterung
Die Fähigkeit Schmerzen auszublenden ist nichts magisches und geheimnisvolles. Es gibt Berichte aus Kriegszeiten, wo Menschen das Potenzial zeigten, selbst schwere Schmerzen auszuhalten. Selbsthypnose zur Geburtserleichterung kann gelernt werden. Die Schwangere übt entweder selbstständig, unterstützt durch CD´s, welche Hinweise zur Entspannung und zur Aktivierung der Atmung beinhalten sowie Anleitungen zur Selbsthypnose und deren Nutzung oder mit einem Therapeuten der in Hypnose erfahren ist. Es werden auch Kurse angeboten, in denen Techniken zur Hypnose zur Geburtserleichterung gezeigt werden. Mittels Hypnose kann zur Geburt die gelernte Entspannung reassoziiert werden. Kritische Augenblicke können dann gelassener betrachtet und kompetenter gehandhabt werden. Hypnose hilft Frauen Unannehmlichkeiten während der Geburt gering zu halten.


Hypnose Gemälde von 1904

Geburtserleichterung für Frauen in den Wehen
Eintauchen in warmes Wasser (Wassergeburt) kann Entspannung hervorrufen. Ebenso verbessert eine sanfte Nackenmassage mit beruhigendem ätherischen Öl den Umgang mit Wehen. Diese einfachen Maßnahmen zur Geburtserleichterung vermindern Schmerzen, verbessern die Zufriedenheit und führen zu einer besseren Entbindungserfahrung. Es liegen ausreichende Beweise vor, dass Aromatherapie sowie Hypnose wirksamer als Placebo zur Geburtserleichterung und Schmerzreduktion während der Geburt sind. Aromatherapie und Hypnose sind nicht invasiv und sicher für Mutter und Kind. Es ist wichtig, dass für Frauen maßgeschneiderte Methoden verwendet werden, um jeder Frau ihre Wünsche und Bedürfnisse, angepasst an die Umstände, wie zum Beispiel die voraussichtliche Dauer der Geburt, den Säuglingszustand und andere möglichen Umstände zu gewährleisten.[1]

Einleitung der Hypnose mit Aromatherapie
Aromatherapie kann zur Einleitung des Zustandes der Hypnose eingesetzt werden, indem der Duft eines ätherischen Öls, der mit dem Zustand der Hypnose, Entspannung und Trance assoziiert wird, eingeatmet wird. Bei der Hypnose spielt die Aromatherapie wegen der Schwierigkeit der Bereitstellung ätherischer Öle und der zu geringen Kenntnisse über Aromatherapie auf Seiten der mit Hypnose arbeitenden Therapeuten in der Praxis eine sehr untergeordnete Rolle. Die Einleitungsverstärkung der Hypnose durch Aromatherapie ist aber möglich und kann für die Geburtsvorbereitung genutzt werden. Einleitung der Hypnose durch Aromatherapie setzt eigene Geruchserfahrungen voraus, welche die Schwangere vor der Geburt durch Ausbildung von Geruchserlebnissen und Einüben der Hypnose zur Geburtserleichterung verstärkt.[2]

Wortwahl der Geburtshelfer zur Geburtserleichterung
Was wir sagen, was wir zu sagen vermeiden und wie wir etwas sagen, ist ungeheuer wichtig. Unter Hypnose werden Menschen mit Worten behandelt und das Wörterbuch ist der Arzneischrank. Selbst bei einer normalen Geburt befindet sich die Gebärende in einem eingeschränkten Bewusstseinszustand höchster Suggestivität, in dem sie gefühlsmäßig und seelisch leicht zu beeinflussen ist. Selbst gut gemeinte Ermahnungen der Hebamme können negative Auswirkungen haben, wie etwa: „Entspannen Sie sich doch einfach“, der Gebärenden wird nur ihre diesbezügliche Unfähigkeit bestätigt und so das Gefühl der Hilflosigkeit bestärkt.

Der Geburtsbegleiter
Wenn die Gebärende Techniken der Hypnose zur Geburtserleichterung anwendet, ist es für sie hilfreich einen Geburtsbegleiter dabei zuhaben. Der Geburtsbegleiter kann z.B. der Mann oder die beste Freundin sein. Wenn die Gebärende sehr nervös ist, dann hilft der Geburtsbegleiter ihr durch Vertiefungsübungen zur Entspannung. Der Geburtsbegleiter wird während den Geburtsphasen Suggestionen für die Gebärende aufsagen, z.B. „Jeder Muskel in deinem Körper ist locker und entspannt. Vertraue, dass dein Körper weiss, was er tun muss. Das Baby und du arbeiten zusammen.“ Ausserdem wird der Geburtsbegleiter darauf achten, es der Gebärenden so angenehm wie möglich zu machen und sie zu schützen falls ihr Wunsch nach einer ruhigen Atmosphäre und einer sanften, natürlichen Geburt nicht respektiert werden sollte.

Worte wie Angst
Bei Sätzen wie: „Sie brauchen keine Angst zu haben…“ ist das, was die Gebärende wirklich hört, das Wort >ANGST< und wird diese auch bekommen. Stattdessen sollte man der Gebärenden zeigen, wie sie entspannen kann und sie gleichzeitig aufklären, warum sie keine Angst zu haben braucht. Es ist für die Gebärende beruhigend, wenn ihr erklärt wird worum es geht und sie die Wahl – also >das Sagen< hat. ! Jede von der Gebärenden getroffene Entscheidung – mag sie noch so minimal sein – wirkt dem Gefühl der Entmachtung und des Kontrollverlustes entgegen und stärkt das Gefühl der Autonomie (Selbstbestimmung) sowie ihre Würde zu wahren.

Negativsuggestionen
Die Geburtshelfer sollen scheinbar unverfängliche Bemerkungen und unbeabsichtigte schädliche Suggestionen vermeiden, deren möglicher Negativbedeutung die Gebärende ausgesetzt ist.
Hier einige Beispiele:
-         1. Während der Geburt: „Haben Sie Schmerzen?“ oder „Sagen Sie mir, wenn die Schmerzen anfangen“. (impliziert: ich werde auf jeden Fall Schmerzen haben, fragt sich nur wann und wie schlimm).
-         2. Am Ende der Geburt: „Es ist alles vorbei“; „Sie sind fertig“. (Assoziation zu „Ich bin tot“; „Ich sterbe“).
Die gleiche Information, die in den oben genannten Aussagen enthalten ist, kann genauso gut mit neutraler oder positiver Konnotation übermittelt werden.
-         Für 1: „Die Geburt im Geburtshaus hat mit Entspannung, Wohlbefinden und Sicherheit zu tun. Ich werde als Hebamme für Ihre Sicherheit sorgen, während Sie vollkommen entspannt sind.“
-         Für 2: „Sie haben grade die Geburt beendet, es ist alles gut gegangen.“

Die wichtigsten Wirkungen von Hypnose zur Geburtserleichterung
-         Verminderung von Angst
-         Reduktion physiologischer Stressreaktionen
-         Reduktion des Schmerzes
-         Größere Zufriedenheit der Gebärenden während und nach der Geburt
-         Hervorragende Kooperation der Gebärenden auch beim Auftreten von Komplikationen
-         Erhebliche Erleichterung für Hebammen und andere Anwesende
-         Darüber hinaus bietet die Hypnose eine Möglichkeit, dem traumatisierenden Erlebnis einer unerwartet schwierigen Geburt zuvorzukommen, d.h. die Gebärende vor folgeschweren Schädigungen (im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung PTSD) zu schützen.

Bücher und CD´s zur Geburtserleichterung durch Hypnose
-         Hypnobirthing – Der natürliche Weg zu einer sanftenGeburt. Marie F. Mongan. Mit Audio-CD zum Buch.


Quellen:
[1] Jones L, Othman M, Dowswell T, Alfirevic Z, Gates S, Newburn M, Jordan S, Lavender T, Neilson JP. Pain management for women in labour: an overview of systematic reviews. Cochrane Database Syst Rev. 2012 Mar 14;3:CD009234.
[2] Revenstorf. Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Springer Verlag. 2.Auflage 2009. S.188

Montag, 19. März 2012

Ernährung in der Schwangerschaft - was ist nicht erlaubt

Es gibt für die Ernährung in der Schwangerschaft einige Dinge zu beachten. Es ist ratsam gewisse Produkte vom Speiseplan zu streichen und das Essen mit besonderer Sorgfalt zuzubereiten.

Was man in der Schwangerschaft besser vermeidet

Während der Schwangerschaft ist bei allem was die Mutter tut der mögliche Einfluss auf die kindliche Entwicklung und Gesundheit zu bedenken. Es gibt Lebensmittel die in der Schwangerschaft ohne Bedenken zu sich genommen werden können, aber auch einige, die aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen werden können.


Alkohol und Koffein
Durch die Mutter in der Schwangerschaft aufgenommener Alkohol kann das Fetale Alkoholsyndrom, auch Alkoholembryopathie genannt, auslösen. Zu viel Kaffe in der Schwangerschaft ist ebenfalls nicht gut. Es gibt Hinweise auf eine schädliche Wirkung des Koffeins während der Schwangerschaft wie z. B. Fehlbildungen, Wachstumsretardierung, niedriges Geburtsgewicht, spontane Fehlgeburten. Beim Konsum hoher Dosen an Koffein in Form von Cola oder Kaffee während der Schwangerschaft können schädliche Wirkungen auftreten. Bei moderatem Kaffeekonsum (pro Tag <300 mg Koffein bzw. <5–6 mg Koffein/kg KG bzw. 3 Tassen Kaffee) während der Schwangerschaft sind keine negativen Wirkungen zu erwarten.

Phosphate in der Schwangerschaft
Aufgrund der potenziell gesundheitsschädigenden Wirkung eines erhöhten Phosphatkonsums sind Lebensmittel mit zugesetzten Phosphaten nicht Teil einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft. In größeren Mengen finden sich phosphathaltige Zusatzstoffe in Cola-Mischgetränken, Backpulver, Schmelzkäse, Scheibletten und Parmesan, Fastfood und verarbeitetem Fleisch – Hotdogs, Frühstücksfleisch, Mortadella, Leberwurst.

Unnötige Fette in der Schwangerschaft
Billige Fette führen zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ohne einen besonderen Nährwert für die Schwangere und das Kind zu haben. Eine an schädlichen Trans-Fettsäuren reiche Ernährung erhöht das LDL-Cholesterol im Blut verglichen mit einer Ernährung, die reich ungesättigten Fettsäuren ist. Einen zum Teil wesentlich höheren Anteil an Trans-Fettsäuren haben gebratene und gebackene Lebensmittel, Backwaren, Frühstücksflocken mit Fettzusatz, Pommes frites, Trockensuppen, Fertiggerichte,  Süßwaren, Snacks, Pommes frites, Fastfood. 


Raffinierte/weiße Lebensmittel
Der Bedarf an an Mineralien und Vitamienen ist in der Schwangerschaft wesentlich höher. Raffinierte Lebensmittel wie Produkte aus weißem Mehl, geschälter Reis und weißer Zucker haben keine Spurenelemente mehr. Besser ist in der Schwangerschaft Rohrzucker oder Honig als Süße zu verwenden sowie Vollkornprodukte und Vollkornreis weissen Brötchen und poliertem Reis vorzuziehen. Giftstoffe können an die Ballaststoffe binden und werden besser ausgeschieden, ausserdem beugen die Ballaststoffe Verstopfung vor.

Roher Fisch und rohes Fleisch
Geeignet in der Schwangerschaft, ist nur ausreichend durcherhitzter Fisch und Fischprodukte. In der Schwangerschaft wird empfohlen, auf den Verzehr von nicht erhitztem Fisch (Austern, Sushi) zu verzichten. Im Sinne der optimalen Versorgung mit Nährstoffen in der Schwangerschaft bleibt jedoch die Empfehlung von 1–2 Fischmahlzeiten pro Woche bestehen. Unerhitzte Fisch- und Fleischprodukte können Krankheitskeime wie Listerien und Toxoplasmen übertragen. In der Schwangerschaft wird empfohlen, vorsorglich auch auf Rohmilch, Weichkäse aus Rohmilch, auf die Rinde von Käse und ebenfalls auf rohes Fleisch und entsprechende Fleischprodukte wie Tartar, Hackepeter und Mett zu verzichten.

Listerien
Während gesunde Erwachsene meist nicht erkranken, stellen diese Erreger für Schwangere, speziell für das ungeborene Kind, ein Risiko dar. In der Schwangerschaft verläuft die Erkrankung unter einem grippeähnlichen Bild oder zum Teil sogar symptomfrei. Es besteht die Möglichkeit einer Übertragung der Infektion auf das ungeborene Kind in der Schwangerschaft mit der Gefahr, dass das Kind infiziert zur Welt kommt oder schlimmer, es zu einem Ende der Schwangerschaft mit einer Früh- oder Totgeburt kommt. Die Listeriose ist eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit. Neben einer Vielzahl tierischer Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse (z. B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (hauptsächlich Räucherfisch), Milch und Milchprodukte (insbesondere Käse) werden Listerien auf vorgeschnittenen Salaten gefunden. 



Katze

Toxoplasmen
In der Schwangerschaft ist auch die erstmalige Infektion der Mutter mit Toxoplasmen gefährlich für das Ungeborene. Es können u.a. schwere Seh-, Hör- oder Hirnschäden beim Baby auftreten. Die Infektion mit dem Erreger in der Schwangerschaft geschieht in erster Linie durch die Nahrungsaufnahme. Keime wie Listerien und Toxoplasmen auf Lebensmitteln sind Folge einer Verunreinigung während der Lagerung, der Verarbeitung und Verpacken von Lebensmitteln. Auch infizierte Katzen spielen eine Rolle bei der Toxoplasmen-Übertragung. Infektionsgefahr mit Toxoplasmen in der Schwangerschaft besteht durch ungewaschenes Obst und Gemüse, nicht ausreichend gekochtes oder gebratenes rotes Fleisch und Geflügel, unhygienischen Umgang mit rohem Fleisch, Umgang mit Lebensmitteln an denen Gartenerde haftet (versteckter Katzenkot). Wenn eine Katze mit der Schwangeren in einem Haushalt lebt ist es ratsam die Katze auf Toxoplasmen untersuchen zu lassen.

 
Quellen:

Marie F. Mongan. HypnoBirthing – Der natürliche Weg zu einer sicheren,sanften und leichten Geburt. Mankau-Verlag, 3. Auflage 2011. S.179-183.

Christian MS, Brent RL: Teratogen Update. Teratology (2001) 64: 51–78

Ritz, Hahn, Kettler, Kuhlmann, Mann. Übersichtsarbeit „Gesundheitsrisiko durch Phosphatzusätze in Nahrungsmitteln“. Deutsches Ärzteblatt, Jg 109, Heft 4, 27.Januar 2012. S.49-55.




Ernährung in der Schwangerschaft - was ist erlaubt

Wasser in der Schwangerschaft
Einer der wichtigsten Punkte während der Schwangerschaft ist es, genügend Wasser aufzunehmen. Zahlreichen Problemen während der Schwangerschaft kann durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr vorgebeugt werden, wie trockene Haut, Gelenkschmerzen, Verstopfung, Muskelkrämpfe und Verdauungsprobleme. 

Wasser

Eine Schwangerschaft verändert die Weise, wie der Körper Flüssigkeiten speichert und verwendet. Während der Schwangerschaft arbeiten die Nieren stärker, um schädliche Stoffe herauszufiltern. Das Fruchtwasser wird mindestens drei Mal täglich regeneriert. In der Schwangerschaft empfehlenswert sind zum Beispiel Kräutertees. Der Körper in der Schwangerschaft, wenn er ausreichend Flüssigkeit hat, gibt Urin ab, der heller Limonade ähnelt. Wenn der Urin in der Schwangerschaft dunkelgelb ist, ist es empfehlenswert mehr zu trinken.

Eiweiss in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft braucht die Mutter genügend Eiweißbausteine für das Wachstum des Kindes. Eiweiss ist in Lebensmitteln wie Hüttenkäse, Milch, Speiseeis, Joghurt, Hartkäse, Tofu, Eier, Nüssen, (vor dem Verzehr gut erhitztes!) mageres Fleisch oder Fisch enthalten .

Frische Lebensmittel
Für die Ernährung in der Schwangerschaft sind erntefrische Nahrungsmittel aus der Region zu empfehlen. Bio- oder Demeterprodukte sind Obst und Gemüsesorten aus konventionellem Anbau vorzuziehen, weil beim konventionellen Anbau Pestizide mit in die Nahrung gelangen können. Ideal wären Lebensmittel aus dem eigenen Garten.

Obst und Gemüse
Über die positiven Wirkungen von Vitaminen ist heute detailliertes Wissen bekannt. In Früchten und Gemüse vorhandene Vitamine braucht der Körper grade in der Schwangerschaft. Es gibt nicht eine bestimmte Obstsorte, die in der Schwangerschaft gegessen werden sollte. Reifes, süßes Obst besitzt wichtige Mineralstoffe und Vitamine in natürlicher Form und Substanzen, die freie Sauerstoffradikale binden. Eine Schwangere kann diejenigen Obst- und Gemüsesorten auswählen, die ihr am besten schmecken.

Öl/Fett in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sind Fettsäuren für den Aufbau von Zellmembranen und die Funktion zahlreicher Botenstoffe notwendig. Öl, das reich an essentiellen Fettsäuren sind gelten als besonders wertvoll. Der Körper kann essentielle Fettsäuren nicht selbst bilden und sie müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden müssen. In der Schwangerschaft sind Fette ebenso so wichtig wie Vitamine und die beste Quelle für essentielle Fettsäuren sind kaltgepresste, native Pflanzenöle.

Natives, italienisches Olivenöl

Kräuter in der Schwangerschaft
Alle Küchenkräuter zum würzen von Speisen sind in der Schwangerschaft erlaubt. Sie verleihen den Mahlzeiten nicht nur einen guten Geschmack, sondern sie regen auch die Verdauung an und enthalten selbst zahlreiche Vitamine und Mineralien. Die Auswahl und Menge der Kräuter und Gewürze in der Schwangerschaft ist dem persönlichen Geschmack der Schwangeren überlassen.

Folsäure und Jodid
Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure in der Schwangerschaft hat eine vorbeugende Wirkung gegenüber Entwicklungsstörungen des Kindes. Die optimale Jodversorgung während der Schwangerschaft ist auch bei sorgfältiger Zusammenstellung der Ernährung häufig nur schwer zu gewährleisten, deshalb wird empfohlen in der Schwangerschaft diese Spurenelemente in einer Dosis von 150-200 µg Jodid und 400µg Folsäure zusätzlich zuzuführen.

Eisenzufuhr
Während der Schwangerschaft kommt es bei steigendem Sauerstoffbedarf häufig zu einer Anämie mit Eisenmangel. Es ist deshalb auf eine ausreichende Eisenzufuhr aus tierischen und pflanzlichen Quellen zu achten. Häufig ist auch die Einnahme von Eisenpräparaten während der Schwangerschaft erforderlich.

Trockenobst

Süßigkeiten in der Schwangerschaft
Eine kleine Sünde am Tag ist erlaubt. Das kann eine Hand voll Nüsse und Mandeln oder leckeres Trockenobst sein. Trockenobst ist wertvoll als Nährstofflieferant während der Schwangerschaft, denn darin sind Vitamine und Mineralstoffe weitgehend erhalten und der Nährwert ist besonders hoch. Zurückhaltung ist bei industriell gefertigten Süßigkeiten während der Schwangerschaft angebracht, da diese meistens nur leere Kalorien enthalten.

 
Quelle:
Marie F. Mongan. HypnoBirthing – Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichtenGeburt. Mankau-Verlag, 3. Auflage 2011. S.179-183.
Kraft, Stange. LehrbuchNaturheilverfahren. Hippokrates Verlag, 1. Auflage 2010.S.610-616
Dr. Karin Pic, Kempe. Kochen nach Ayurveda – Köstliche Küche für ein langes Leben. Bassermann Verlag. S.17-40

Was ist gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Ernährung in der Schwangerschaft ist durch einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen gekennzeichnet. Ausserdem orientiert sich der Essensplan in der Schwangerschaft an den allgemeinen Grundsätzen für eine gesunde Ernährung.

 

Ernährung in der Schwangerschaft
Da die Schwangerschaft eine zusätzliche Belastung des mütterlichen Organismus darstellt, wird eine vielseitige und nährstoffreiche Kost empfohlen. Die Ernährung wird in der Schwangerschaft gemäß dem erhöhten Kalorienbedarf angepasst. Eine leicht bekömmliche Ernährung mit vielen frischen Kräutern, Obst und Gemüse, Eiweiß und nativen Pflanzeölen ist während der Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung.

Schwangere Frau die Obst isst.

Prävention in der Schwangerschaft
Die optimale Ernährung während der Schwangerschaft versorgt Mutter und Kind mit allen erforderlichen Nährstoffen. Is(s)t die Mutter gesund, dann is(s)t auch das Kind gesund. Die beste Weise um eine gute Gesundheit während der Schwangerschaft für Mutter und Kind zu erlangen, besteht darin die Mutter gut zu ernähren, da sie die einzige Versorgungsquelle mit Nährstoffen für das ungeborene Kind darstellt.

Essen was schmeckt
Es ist richtig auch in der Schwangerschaft beim Essen den eigenen Vorlieben und Abneigungen zu folgen. Essen, auf das man in der Schwangerschaft keinen Appetit hat und sei es noch so gesund hat keinen vollen Wert. Die Freude am Essen ist auf jeden Fall das oberste Gebot der Ernährung in der Schwangerschaft, für eine körperlich und seelisch entspannte Schwangere. Die geistige Entspannung und das Glücksgefühl beim Essen spielen eine überaus große Rolle in der Schwangerschaft für eine gesunde Mutter und ihr Kind.

Ernährungsregeln in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft ist es wichtig darauf zu achten, dass das Essen einem bekommt. Es gibt keine festen Regeln für die Ernährung in der Schwangerschaft, aber einige Dinge die zu beachten sind. Es ist ratsam diesen Empfehlungen so oft wie möglich zu folgen. Denn letztlich dreht es sich bei der Ernährung in der Schwangerschaft nicht nur um Nährstoffe, sondern um die Zufriedenheit und das Glücksgefühl der Mutter.

Essen für zwei
Es liegt ein erhöhter Nährstoffbedarf während der Schwangerschaft vor, weil zwei Organismen versorgt werden. Jedoch braucht die Frau in der Schwangerschaft bezüglich der Energiemenge nicht „für zwei essen“. Das Hungergefühl ist ein natürliches Signal in der Schwangerschaft, das zeigt, dass der Körper die vorherige Mahlzeit vollständig verdaut hat und bereit ist, wieder neue Nahrung in Angriff zu nehmen. Es ist ein hervorragender Schutzfaktor vor übermäßiger Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, wenn die werdende Mutter auf ihr Sättigungsgefühl achtet.


Schwangere Frau
Regelmäßig essen
Mehrere kleine Mehlzeiten, entsprechend der Empfehlung „Fünf-am-Tag“ sind besonders in der fortgeschrittenen Schwangerschaft besser zu verdauen, wenn das Kind auf die inneren Organe und auch auf den Magen drückt. Daher sollte das Essen in der Schwangerschaft leicht verdaulich sein, um die Schwangere nicht mit einem Schweregefühl in der Magengegend zu belasten. Manche Schwangere fühlen sich leicht erschöpft, dann ist eine leichte Zwischenmahlzeit zu empfehlen. Am Abend ist in der Zeit der Schwangerschaft ein leichtes Abendessen optimal, damit die Nahrung beim zu Bett gehen nicht schwer im Magen liegt.

Ballaststoffe in der Schwangerschaft
Darmträgheit und Völlegefühl in der Schwangerschaft kann durch Ballaststoffe vorbeuget werden. Ballaststoffe sind unverdauliche Füll- und Quellstoffe, welche die Darmbewegung anregen und die Darmflora positiv beeinflussen. Zu finden sind sie vor allem in Vollkornprodukten wie Müsli aus Getreideflocken, Obst wie Äpfeln und Gemüse.

Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft
Nahrungsergänzungsmittel werden für die Schwangerschaft empfohlen, aber Sie sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. Zur gesunden Ernährung gehören frische und biologisch erzeugte Lebensmittel. In der Schwangerschaft ist es nicht ausreichend sich wie gewohnt zu ernähren und nur zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel wie Folsäure, Jodid und Eisenpräparate einzunehmen. 

Selber Kochen in der Schwangerschaft
Das Essen während der Schwangerschaft wird am besten möglichst frisch zubereitet. Nicht nur Rohkost sondern auch warmes Essen ist in der Schwangerschaft gesund. Die Nahrung sollte weich gekocht sein, um das Essen besser verdaulich zu machen, aber nicht verkocht sein, damit die Nährstoffe noch erhalten bleiben. Gekochtes Gemüse ist eine wichtige Beilage, denn jede Gemüseart weist vielfältige Schutz- und Heilwirkungen auf.



 
Quellen:
Marie F. Mongan. HypnoBirthing – Der natürliche Weg zu einer sicheren,sanften und leichten Geburt. Mankau-Verlag, 3. Auflage 2011. S.179-183.
Kraft, Stange. Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates Verlag, 1. Auflage 2010.S.610-616
Dr. Karin Pic, Kempe. Kochen nach Ayurveda – Köstliche Küche für einlanges Leben. Bassermann Verlag. S.17-40

Gefühlschaos in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann es vorkommen, dass die Schwangere gar nicht einschätzen kann was mit ihren Gefühlen los ist. Es kann sein, dass sie grundlos einfach schrecklich zu weinen beginnt und es ihr schlecht geht. Dann kommen wieder Tage der Schwangerschaft an denen es ihr so richtig gut geht und dann wieder Momente die einfach wieder zum losheulen sind. 

Bei einem derartigen Gefühlschaos während der Schwangerschaft kann es sein, dass man denkt, man sei total verwirrt, vor allem weil man nicht weiß wieso es einem manchmal einfach so schlecht geht. Dabei gibt es keinen öffensichtlichen Grund ständig zu weinen, denn man freut sich schon so auf den kleinen Menschen.

Weinerlichkeit in der Schwangerschaft kann ein Signal psychischer Belastung sein und sollte nicht übersehen werden. Die Schwangere kann sich ihre liebsten Düfte aus der breiten Palette an relevanten ätherischen Ölen bei Weinerlichkeit und Unruhe selbst aussuchen. In der Schwangerschaft orientiert dich die Auswahl des ätherischen Öls soll unbedingt an den Vorlieben der Schwangeren. 
Eine Domäne der Aromatherapie ist das Schaffen von Entspannung und einer positiv besetzten, wohlriechenden Umgebung. Ein angstlösendes und entspannend wirkendes ätherisches Öl kann der Schwangeren Erleichterung bringen.
Angstlösend in der Schwangerschaft wirkt ätherisches Öl von Neroli, Petitgrain, Römische Kamille, Rose und Jasmin.
Entspannende Eigenschaften hat ätherisches Öl der Rose, Lavendel, Ylang Ylang, Litsea, Rosenholz, Linaloeholz und Zeder.
in der Schwangerschaft sehr zu empfehlen ist auch die Mischung von 4 Topfen ätherisches Öl Mandarine rot und 2 Tropfen ätherisches Öl Lavendel in 50ml Mandelöl. Das ätherische Öl wird in das Mandelöl geben und damit wird der Bauch in der Schwangerschaft so oft es nötig ist eingerieben, vor allem aber abends von dem Einschlafen. Diese Mischung aus ätherischem Öl wirkt stressabbauend und am Abend schlaffördernd. Es lässt in der Schwangerschaft ruhig schlafen und die Schwangere ist am nächsten Morgen in besserer Stimmung. 

Lavendel
                              
Ätherisches Öl kann während der Schwangerschaft zur Körperpflege oder in den letzten sechs Wochen vor der Geburt verdünnt zur Dammassage verwendet werden. Auch Schnüffeln am Fläschchen mit ätherischem Öl, Raumbeduftung mit ätherischem Öl und Massagen mit ätherischem Öl sind sehr hilfreich bei Gefühlschaos in der Schwangerschaft. 
Bei richtiger Handhabung und Dosierung sind die oben genannten ätherischen Öle in der Schwangerschaft unbedenklich. Es gilt stets vorsichtig zu dosieren, weniger ist oft mehr. Jedes Fläschchen trägt eine Gefahrenkennzeichnung. Es ist richtig, dass ätherisches Öl nicht harmlos ist. Die Warnhinweise wurden jedoch nicht auf einen adäquaten Gebrauch hin vorgeschrieben, sondern regeln immer den „worst case“.
Ätherische Öle sind Konzentrate: Etwa 30 Damaszenerrosen liefern 1 Tropfen ätherisches Öl der Rose. Ca. 8 Mio. Jasminblüten 1 kg echtes Jasmin Absolue. Der Inhalt eines kleinen Fläschchens enthält also eine geballte, konzentrierte Ladung an Information und Duft.
Generell gilt: Weniger ist mehr! Jedes ätherische Öl ist ein starkes Konzentrat. Die meisten ätherischen Öle sind haut- und schleimhautreizend. Ätherisches Öl darf daher nicht pur angewendet und nicht an Augen und Schleimhäute gebracht werden. Für die Hautpflege ist ätherisches Öl stets mit einem Basisöl zu mischen. Ätherisches Öl muss kindersicher aufbewahrt werden. Menschen reagieren auf unterschiedlichste Substanzen mit allergischen Reaktionen. Ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter Wirkstoffkomplex und kann bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Ein Test lohnt sich also, bevor man ätherisches Öl in der Schwangerschaft zur Körperpflege verwendet. 

Allergietest
Man mischt 1 Tr. ätherisches Öl in ca. 10 Tr. Basisöl zum Beispiel Mandelöl, verreibt es in der Ellenbeuge und falls sich die Haut stark rötet, so verzichtet man auf dieses ätherische Öl im Pflegeprogramm.

Für Massagen und Einreibungen in der Schwangerschaft wird 1-10% ätherisches Öl in fettem Trägeröl verwendet.
Als Trägeröl für ätherisches Öl eignen sich z.B.
Süßes Mandelöl (Prunus amygdalus)
Jojobawachs (simondsia californis)
Avocadokernöl(Persea americana)
Auch in der Schwangerschaft sind diese fetten Öle sehr gut hautverträglich. Sie schleusen das ätherische Öl durch die Hautschicht bis hin zu den kleinsten Blutkapillaren. Von dort werden die ätherischen Öle in den gesamten Körper transportiert. Die pflanzlichen Öle haben therapeutische und hautpflegende Eigenschaften, d.h. sie unterstützen die Aktion des ätherischen Öls.

Geburtserleichterung durch Aromatherapie


Was ist Geburtserleichterung
Massnahmen zur Geburtserleichterung werden getroffen, um den Schmerz, den Frauen während der Wehen erleben positiv zu beeinflussen. Der Geburtsschmerz ist nicht bei jeder Frau gleich und wird von mehreren physiologischen und psychosozialen Faktoren beeinflusst. Die Schmerzintensität kann stark variieren. Natürliche Geburtserleichterung mit Aromatherapie und Verfahren wie Hypnose sind nicht-pharmakologische Interventionen, um Frauen zu helfen, die Schmerzen während der Geburt besser zu bewältigen.

 
Muskatellersalbei


Die Verwendung von Aromatherapie zur Geburtserleichterung
Aromatherapie ist die Praxis der therapeutischen Verwendung von ätherischen Ölen auf pflanzlicher Basis. Die Verwendung von ätherischen Ölen verursacht bei sachgemäßem Gebrauch keine Gesundheitsschäden und wird von Frauen gerne angenommen. Aromatherapie ist geeignet für den Einsatz während der Wehen und zur Geburtserleichterung.


Wissenschaftliche Beweise für Aromatherapie zur Geburtserleichterung


Eine Cochrane-Studie [5] untersuchte die derzeit verfügbaren Nachweise für die Verwendung von Aromatherapie beim Schmerz-Management in den Wehen und kam zu dem Ergebnis, dass die derzeit vorliegenden Studien über die Rolle der Aromatherapie bei der Schmerztherapie in den Wehen noch nicht ausreichend sind, um Empfehlungen wie „Erleichterung der Geburt“ für die klinische Praxis zu machen. In diesem Artikel beziehe ich mich auf existierende Studien über Aromatherapie in der Geburtshilfe, aber die Fallzahlen darin sind zu gering oder das Studiendesign erfüllt nicht alle wissenschaftlichen Kriterien. Insgesamt gibt es derzeit noch keine stichhaltigen, wissenschaftlichen Beweise über die Vorteile der Aromatherapie beim Schmerz-Management in den Wehen.

Ätherisches Öl von Muskatellersalbei und Kamille zur Geburtserleichterung

Ätherische Öle werden Frauen zur Geburtserleichterung über Hautresorption und Inhalation verabreicht. Das Ergebnis einer Studie legt nahe, dass vor allem zwei ätherische Öle, nämlich Muskatellersalbei und Kamille wirksam bei der Linderung von Geburtsschmerzen und somit hervorragend zur Geburtserleichterung geeignet sind. Die Erkenntnisse aus dieser Studie beweisen, dass Aromatherapie wirksam ist, um bei Frauen eine Verringerung der Angst, Furcht und Schmerzen während der Wehen zu bewirken.[2]

 
Risiken von ätherischem Öl zur Geburtserleichterung
Ätherisches Öl von Muskatellersalbei enthält in geringer konzentration Thujon und gehört in erfahrene Hände, da Thujon nicht ungefährlich ist und Säuglinge nur in geringsten Konzentrationen damit in Kontakt kommen dürfen. Thujon ist das Nervengift aus dem berauschenden Getränkt Absinth. Daher ist Schwangeren und Gebärenden von der Anwendung von ätherischem Öl von Muskatellersalbei eher abzuraten. Ätherisches Öl der Kamille ist die bessere Alternative zur Geburtserleichterung und Schmerzreduktion. Aber auch das ätherische Öl der Kamille kann bei Allergie gegen Korbblütler unerwünschte Reaktionen hervorrufen, deshalb ist vor der Anwendung ein Verträglichkeitstest mit verdünntem ätherischen Öl auf der Haut in der Ellenbeuge durchzuführen.

Weitere ätherische Öle zur Geburtserleichterung
Neben den ätherischen Ölen von Muskatellersalbei und Kamille, welche schmerzstillend wirken, kommt vor allem beruhigendes ätherisches Öl wie Jasmin, Lavendel, Melisse, Rose, Ylang-Ylang zur Geburtserleichterung in Frage sowie angstminderndes ätherisches Öl wie Geranie, Jasmin, Neroli, Römische Kamille, Rose in Frage. Die ätherischen Öle sind vorsichtig zu dosieren, um dem Geruchsorgan des Neugeborenen nicht zu viel zuzumuten.

Dammmassageöl zur Geburtserleichterung
Um einem Dammriss während der Geburt vorzubeugen wird empfohlen ab der 34.-36. Schwangerschaftswoche mit der Massage des Dammgewebes zu beginnen, um das Gewebe weicher und elastischer für den Durchtritt des Kindes zu machen. Hierfür sind Ölmischungen aus der Aromatherapie sehr gut geeignet. Die Frau hat hier die Qual der Wahl aus zahlreichen ätherischen Ölen. Ätherisches Öl das von Wabner & Beier für die Dammmassage empfohlen wird ist Lavendel, Rose, Rosengeranie und Muskatellersalbei in fettem Öl verdünnt (1-3%ig).[3] Bei der Auswahl des ätherischen Öls für die Geburtserleichterung ist unbedingt auf die Vorlieben der Frau zu achten und diese sind zu berücksichtigen.

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) Blattgold Dr.Becker ®


Kleine Auswahl ätherischer Öle zur Geburtserleichterung
Ätherisches Öl Geranie: Angstmindernd, lokal schmerzmildernd
Ätherisches Öl Jasmin: Beruhigend, angstmindernd, schmerzmildernd
Ätherisches Öl Lavendel: Beruhigend, angstmindernd, schmerzmildernd
Ätherisches Öl Melisse: Angstmindernd, krampflösend
Ätherisches Öl Neroli: Angstmindernd, beruhigend
Ätherisches Öl Römische Kamille: Beruhigend, angstmindernd, schmerzmildernd
Ätherisches Öl Rose: Beruhigend, angstmindernd,
Ätherisches Öl Ylang-Ylang: Angstmindernd, psychisch stabilisierend

Olfaktorische Maßnahmen zur Geburtserleichterung
Olfaktorische Methoden können zur Geburtserleichterung genutzt werden, setzen aber entsprechende eigene Erfahrungen mit Aromatherapie und der Handhabung ätherischer Öle voraus. Insbesondere Entspannungsübungen können in Verbindung mit dem Duft eines als angenehm empfundenen ätherischen Öls gemacht werden. So kann Aromatherapie eingesetzt werden, indem zur Geburtserleichterung der Duft eines ätherischen Öls, mit eingeübter Entspannung assoziiert wird, um die Entspannung später zur Geburtserleichterung wieder hervorzurufen.[4]

Blattgold Dr.Becker


Quellen:
[1] Tillett J, Ames D. The uses of aromatherapy in women's health. J Perinat Neonatal Nurs. 2010 Jul-Sep;24(3):238-45.
[2] Burns E, Blamey C, Ersser SJ, Lloyd AJ, Barnetson L. The use of aromatherapy in intrapartum midwifery practice an observational study. Complement Ther Nurs Midwifery. 2000 Feb;6(1):33-4.
[3] Beier, Wabner. Aromatherapie. Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis. Urban & Fischer. 1. Auflage 2009. S.567
[4] Revenstorf. Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Springer Verlag. 2.Auflage 2009. S.188
[5] Smith CA, Collins CT, Crowther CA. Aromatherapy for pain management in labour. http://summaries.cochrane.org/CD009215/aromatherapy-for-pain-management-in-labour