Donnerstag, 9. Juli 2015

Vergiftungen von Kindern mit Rotem Fingerhut

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)  Blattgold Dr.Becker ®



Ich erinnere mich noch gut an meine erste Begegnung mit dem Roten Fingerhut. Ich war noch ein Kindergartenkind und es war Sommer. Meine Freundinnen zeigten mir den Roten Fingerhut, der auf einer Wiese mit hohem, wild wachsenden Gras wuchs und sie meinten diese Pflanze dürfe man nicht anfassen, denn sie sei giftig. Der Rote Fingerhut übte sogleich eine besondere Faszination auf mich aus. Ich war begierig darauf, dass meine Freundinnen mir diese Pflanze zeigten. Strahlend schön, im Sonnenlicht Funken sprühend, sich sanft hin und her wiegend stand der Rote Fingerhut mitten im hellgelben Feld. Was war das bloß für eine mächtige Pflanze, die man nicht berühren durfte, so schimmernd, kraftvoll und verlockend. Ich erzählte meinen Eltern von dieser Pflanze und wollte sie ihnen später zeigen, doch konnte ich den Roten Fingerhut nicht mehr finden. Noch ein weiteres Mal ging ich den Roten Fingerhut suchen, dieses Mal alleine, aber er war nicht mehr da. Ich war darüber sehr enttäuscht, denn ich wollte den Roten Fingerhut so gerne noch einmal sehen und diesmal nicht nur über den Zaun lugen, sondern die roten Blüten von Nah sehen. Das mysteriöse Verschwinden konnte ich mir damals nicht erklären. Heute vermute ich, dass besorgte Eltern diese Giftpflanze aus Angst davor, dass ihre Kinder davon "naschen" könnten entfernt haben. Dieses Video zeigt den Roten Fingerhut:




Insbesondere während der Sommermonate sind Vergiftungsunfälle, bei denen Kinder Pflanzenteile essen, häufig. Sehr giftige Pflanzen sind sowohl in der Natur z.B. Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkirsche, Schierling, aber auch in Gärten und als Kübelpflanzen anzutreffen z.B. Eisenhut, Herbstzeitlose, Engelstrompete, Rizinus. Wenn ich heute an Gärtnereien vorbeigehe, sehe ich nicht selten den Roten Fingerhut als Zierpflanze. Wer sich den Roten Fingerhut als Zierpflanze anschafft, ist gut beraten wenn er Obacht gibt insofern Kinder in den Nähe sind.


Kleinkinder zeigen fast ausschließlich Interesse für die schönen und optisch sehr attraktiven Blüten. Der Verzehr der Blüten bedeutet kein wesentliches Problem. Die Blätter enthalten jedoch Digitoxin in größeren Mengen. Die hochgiftigen Blätter und Stengel schmecken bitter und wegen des schlechten Geschmacks kommt es selten zu Vergiftungen. Die braunschwarzen, punktgroßen Samen sind zu klein, um eine wesentliche Rolle bei Vergiftungen zu spielen.


Symptome bei Vergiftungen mit den Blättern reichen von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall bis hin zu Herzrhythmusstörungen bei größeren Mengen. Da der Verzehr der Blüten erfahrungsgemäß keine Symptome hervorruft , sollte nur nach größeren Mengen Aktivkohle gegeben werden. Falls das Kauen der bitteren Blätter nicht schon spontanes Erbrechen zur Folge hatte, ist die vorsorgliche Magenentleerung nach dem Essen von mehr als kinderhandgroßen Blättern ratsam. Außerdem eine stationäre Überwachung im Krankenhaus. Bei Auftreten von Herzsymptomen würde wie bei einer Digitalisvergiftung ein Digitalisantidot, ein Gegenmittel, verabreicht werden und EKG-Kontrollen durchgeführt werden.


Quelle:

Vergiftungen im Kindesalter von Karl Ernst von Mühlendahl, Ursula Oberdisse



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Samstag, 4. Juli 2015

Duftmemo fürs Kinderfest

Ein Duftmemo ist ein Spiel das man sehr gut bei Kinderfesten spielen kann. Besonders gut passt es zu einem Kinderfest unter dem Motto "Fest der Sinne" mit Stationen für Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen. Ein Duftmemo ist ein ruhiges Spiel, das Kinder trotzdem sehr gut annehmen. Der Geruchssinn wird im Alltag kaum bewusst für Spiele benutzt, daher sind Kinder erstmal verwundert und interessiert, wobei es sich bei dem Spiel Duftmemo handelt. Kinder ab ca. 4 Jahre können die Düfte beim Duftmemo bereits sehr gut zuordenen. 

Duftmemo Blattgold Dr.Becker ®

Das Spiel Duftmemo geht folgendermaßen: 
Es gibt 3 gebastelte Blumen, deren Blüten ein Wattepad besitzen das mit ätherischem Öl beträufelt wird (z.B. Grapefruit, Thymian, Lavendel). Einige Düfte z.B. Iris sind nach 2-3 Stunden wieder verflogen, was man bei der Planung berücksichtigen sollte.  Eine entsprechende Anzahl aus Toilettenpapierrollen gebastelter Bienchen werden ebenfalls mit den gleichen Düften beträufelt. Man kann dazu in die Bienchen-Toilettenrolle ein Wattepad mit ätherischem Öl legen. Die Kinder nehmen ein Bienchen, um daran zu riechen und sollen durch Riechen an den Blumen herausfinden auf welcher Blume die Biene gesessen hat. Das tun sie mit allen drei Bienchen und ordnen Bienen und Blumen einander zu. Als Belohnung für das Mitmachen bekommen die Kinder z.B. einen Stempel.
Vorsicht ist bei der Auswahl der ätherischen Öle geboten. Es sind nur unbedenkliche ätherische Öle zu verwenden. Außerdem müssen die Fläschchen außer Reichweite von Kinder aufbewahrt werden. Verschlucken ätherischer Öle in grösseren Mengen kann zu Vergiftungen von Kindern führen, wie in dem unten stehenden Video gezeigt wird und in diesen Artikeln erläutert wird.